Tanzen in aller Munde: Kennt ihr diese Redewendungen?

Tanzen in aller Munde: Kennt ihr diese Redewendungen?

Vielleicht ist euch im Gespräch mit euren Freunden und eurer Familie oder sogar bei uns in der Tanzschule Dieter Keller die ein oder andere Redewendung aufgefallen, die sich um das Thema Tanzen dreht. Kennt ihr sie alle und wisst ihr auch, was sie bedeuten?

(1) Auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen
Wer auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte, der versucht zu viele (unvereinbare) Dinge auf einmal zu bewältigen. Seit dem 20. Jahrhundert ist diese Redensart in Deutschland weit verbreitet. Im Vereinigten Königreich lautet sie übrigens „Man kann nicht gleichzeitig den Kuchen haben und ihn essen.“

(2) Aus der Reihe tanzen
Tanzt jemand aus der Reihe, verhält er sich anders, als es die meisten anderen tun oder missachtet sogar Absprachen und Regeln. Je nach Kontext kann die Redewendung positiv oder negativ verstanden werden. Ursprünglich stammt sie jedoch vom mittelalterlichen Reigentanz – tanzte hier jemand aus dem Reigen und hielt sich nicht an die Schrittfolge, fiel dieser negativ auf.

(3) Nach jemandes Pfeife tanzen
Tanzt ihr nach jemandes Pfeife, tut ihr das, was ein anderer von euch verlangt – womöglich ohne, dass ihr es eigentlich wollt. Besonders eindrucksvoll gelang dies dem Rattenfänger von Hameln, der der Sage nach die Stadt im Mittelalter mit seinem Flötenspiel von einer Rattenplage befreite. Dass er anschließend auch noch die Kinder der Stadt durch seine Musik fortlockte, dürfte nicht zu seiner Beliebtheit beigetragen haben.

(4) Auf dem Vulkan tanzen
Der sprichwörtliche Tanz auf dem Vulkan meint eine unbekümmerte Einstellung zu einer nicht ungefährlichen Lage. Seinen Ursprung hat die Redewendung in der Französischen Revolution, in der die Revolutionäre dazu aufriefen, auf den Vulkan zu marschieren. Hier meinte die Redensart allerdings noch den gewagten Umsturz gesellschaftlicher Verhältnisse.

(5) Jemandem auf der Nase herumtanzen
Tanzt euch jemand auf der Nase herum, macht er mit euch, was er will. Über die Herkunft der Redensart gibt es viele Theorien. Zumindest eine davon besagt, dass sich der Tanz auf der Nase direkt vor euren Augen abspielt und ihr dabei somit tatenlos zuseht, wie jemand eure Gutmütigkeit ausnutzt. Ob das so stimmt? Fest steht: Tanzt euch jemand auf der Nase herum, habt ihr vermutlich ziemlich schnell die Nase voll davon.

Bild von Felicia Ruiz auf Pixabay.