Equality-Tanz: Gleich und gleich gesellt sich gern

In unserem vorherigen Blogartikel zur Let’s Dance-Staffel 2019 haben wir euch von Kerstin Ott berichtet, die in der beliebten Tanzshow mit einer gleichgeschlechtlichen Partnerin antreten wird. Dass dies erwähnenswert ist, zeigt uns zunächst einmal, wie sehr klassische Rollenklischees im Tanzsport reproduziert werden.

Der sogenannte Equality-Tanz, der mit dem DVET (Deutscher Verband für Equalitytanzsport e.V.) sogar einen eigenen Verband in Deutschland besitzt, möchte dem entgegenwirken und gleichgeschlechtlichen Paaren einen Raum geben. Eigene Meisterschaften und Tanzturniere werden ausgerichtet, Seminare und Workshops ins Leben gerufen, Treffen arrangiert. Auch wir von der Tanzschule Keller in Berlin freuen uns über diesen Trend und ermutigen euch, auch als gleichgeschlechtliches Duo in unseren Tanzkursen für Paare teilzunehmen.

Ganz besonders spannend gestaltet sich beim Equality-Tanz natürlich die Frage nach dem führenden Partner oder der führenden Partnerin. Fragen wie „Wer von euch ist der Mann?“ oder „Wer von euch ist denn die Frau?“ hören Equality-Tänzer zur Genüge. Doch braucht es diese Fragen überhaupt?

Im Equality-Tanz sind beide Partner gleichgestellt, daher entfällt die Einteilung in geschlechtlich festgelegte Rollen. Hier spielt keine Frau den Mann und auch kein Mann begibt sich in eine Frauenrolle. Die Auflösung tief verankerter Rollenklischees ist einer der zentralen Aspekte des Equality-Tanzes.

Daraus ergibt sich eine faszinierende Finesse, die sonst im höheren Tanzsport selten zu finden ist: der Rollen- und damit Führungswechsel. Während die Schritte und Figuren der einzelnen Stile des klassischen Tanzssports gleichen, ist der Rollentausch ein Kunsttstück, der vornehmlich beim Equality-Tanz zu finden ist. Hans-Jürgen Dietrich, der Vizepräsident des Deutschen Verbandes für Equality-Tanzsport, sieht die Ursache dafür in der Tatsache, dass es leichter sei, eine Rolle zu perfektionieren als zwei Rollen vollendet einnehmen zu können.
Um diesen Kunstgriff auch im klassischen Tanzsport populärer zu machen, wurde eigens die Kampagne „Rettet den Führungswechsel!“ ins Leben gerufen, verpflichtend ist der Rollenwechsel aber auch auf den Wettkämpfen der Equality-Tänzer nicht.

Und jetzt kommt ihr: Wenn wir euer Interesse am Equality-Tanzen geweckt haben, freuen wir uns darauf, euch als gleichgeschlechtliches Paar in der Tanzschule Keller begrüßen zu dürfen.